Güterverkehr: Herausforderungen und Zukunftslösungen im Fokus

Unter den hochrangigen Gästen waren Landeshauptmann Arno Kompatscher, Landeshauptmannstellvertreter Marco Galateo, Landesrat Christian Bianchi sowie Vertreter der Handelskammer und des Wirtschaftsverbands lvh.apa. Gemeinsam mit Branchenexpertinnen und -experten suchten sie nach tragfähigen Lösungen für die wachsenden Probleme im alpenquerenden Warenverkehr.
Fahrermangel und Fahrverbote als zentrale Herausforderungen
Alexander Öhler, Obmann der Warentransporteure im lvh, betonte in seiner Eröffnungsrede die zunehmenden Belastungen durch Fahrverbote, insbesondere in Tirol, sowie den akuten Mangel an qualifizierten Fahrerinnen und Fahrern. „Von der Lueg-Brücke über neue Mobilitätskonzepte bis hin zu den bürokratischen Hürden – wir müssen schnellstmöglich tragfähige Lösungen finden“, forderte Öhler.
Landeshauptmann Kompatscher unterstrich die Notwendigkeit langfristiger Infrastrukturmaßnahmen, um Engpässe wie bei der Lueg-Brücke zu entschärfen. Zudem zeigte er sich offen für innovative Ansätze wie ein Slot-System für LKWs, betonte jedoch, dass dessen Umsetzung eine enge internationale Abstimmung erfordere.
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit gefordert
Die Bedeutung der Nord-Süd-Achse als Rückgrat des europäischen Güterverkehrs wurde von Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen, hervorgehoben. Er plädierte für verstärkte grenzüberschreitende Infrastrukturprojekte und Kooperationen, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden.
Auch die innerstädtische Logistik rückte in den Fokus: Bozens Vizebürgermeister Stephan Konder sprach über die Notwendigkeit nachhaltiger Lösungen für den städtischen Warentransport. Eine bessere Abstimmung der Logistikströme mit der urbanen Infrastruktur könne zur Reduzierung von Verkehrsbelastung und Emissionen beitragen.
Einblicke aus der Praxis
Die LKW-Fahrerin Elisabeth Reiterer gewährte einen praxisnahen Einblick in den Berufsalltag und schilderte eindrucksvoll die Herausforderungen auf den Straßen – von überfüllten Raststätten bis zu unklaren Fahrregelungen.
Ihre Schilderungen verdeutlichten, dass es neben infrastrukturellen Maßnahmen auch konkrete Verbesserungen für die Fahrerinnen und Fahrer braucht.
Gemeinsame Anstrengungen für eine nachhaltige Zukunft
In den einzelnen Diskussionsblöcken wurde deutlich, dass die Herausforderungen im alpenquerenden Güterverkehr vielschichtig sind. Einigkeit herrschte jedoch darüber, dass es neben nationalen Initiativen insbesondere eine verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit braucht, um eine moderne, effiziente und nachhaltige Transportinfrastruktur zu sichern.
Zum Abschluss der Veranstaltung betonte lvh-Direktor Walter Pöhl die Wichtigkeit des gemeinsamen Engagements: „Die heutige Diskussion hat gezeigt, dass Wirtschaft, Politik und Praxis an einem Strang ziehen. Das ist entscheidend, um den Warenverkehr im Alpenraum zukunftsfähig zu machen.“
