von hm 09.02.2021 06:21 Uhr

Virologe sieht Lockdown als einzigen Ausweg für den Frühling

Die Zunahme des Auftretens von neuen SARS-CoV-2-Varianten hält weiter an. Während sich in Nordtirol die südafrikanische Variante ausgebreitet hat, ist in Südtirol mit einem breiteren Vorkommen der britischen Mutation zu rechnen. Andreas Bergthaler von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sieht deshalb weitere Öffnungen problematisch.

APA/Symbolbild

Die Situation um den in Nordtirol grassierenden, südafrikanischen Mutationscluster sei zwar momentan unübersichtlich, es sei aber klar, dass diese Variante dort ein Problem ist, meinte Andreas Bergthaler von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Dagegen ist in Südtirol mit einer größeren Verbreitung der britischen Mutation zu rechnen (UT24 berichtete), was die Landesregierung schließlich zu einem Teil-Lockdown bewegte.

„Britische und Südafrika-Variante hin oder her – man sollte sich daher insgesamt ein ambitionierteres Ziel setzen, als die 7-Tages-Inzidenz unter 50 zu drücken. Wir müssten eigentlich noch deutlich darunter kommen. Das würde uns in weiterer Folge viel Spielraum geben und uns freispielen, um dann kontrolliert und mit flankierenden Maßnahmen entsprechend sinnvolle Lockerungen aufzugreifen“, so Bergthaler.

Schon ohne die Lockerungsschritte vor allem im Handel bzw. an den Schulen sei damit zu rechnen gewesen, dass in wenigen Wochen die Zahlen deutlich ansteigen.

Aus epidemiologischer Sicht gebe es eigentlich keine Argumente für die jetzigen Öffnungen. „Natürlich nicht von der Hand zu weisen“ sei, dass nach rund einem Jahr die Bevölkerung „müde und der Pandemie überdrüssig ist“.

Möglicherweise helfen nun beispielsweise die Schulöffnungen, die Motivation und das Durchhalten der Maßnahmen zu verbessern, hofft der Wissenschaftler: „Wenn das dazu beiträgt, dass die Leute insgesamt die Situation ernst nehmen und konsequent agieren, dann hat man vielleicht sogar etwas gewonnen.“

Gehe man aber mit sehr hohen Infektionszahlen in den Frühling, könne auch die erwartete Dämpfung der Virusverbreitung durch saisonale Effekte womöglich geringer ausfallen. Bergthaler: „Alles Gründe, um die Infektionszahlen jetzt stark zu senken, um im Sommer ein gewisses Durchschnaufen zu ermöglichen“

UT24/APA

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite