Noch keine Entwarnung in Überschwemmungsgebieten Bayerns

Zudem hatten sich bereits mehr als 100 freiwillige Helfer angemeldet. „Es ist unglaublich, wie viele junge Menschen helfen“, sagte Schmid. Nach seinen Informationen gibt es keine Vermissten mehr. Jetzt gelte es, die Strom- und Wasserversorgung wieder herzustellen.
Zuletzt war ein vermisstes Ehepaar ausfindig gemacht worden. Die beiden seien bereits am Mittwoch aus ihrem mit Wasser vollgelaufenen Keller geborgen und mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Rottal-Inn am Freitagabend. Das Paar galt fälschlicherweise als vermisst, der Irrtum habe sich aber erst am Freitag aufgeklärt.
Nach den verheerenden Überschwemmungen mit mindestens sieben Toten will der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer am Samstag den Landkreis Rottal-Inn besuchen.
Nach den verheerenden Schäden begann unterdessen die Auszahlung der Soforthilfe im niederbayerischen Simbach am Inn. „Der Ansturm ist enorm. Eine halbe Stunde nach Öffnung des Rathauses um 07.00 Uhr haben sich schon 140 Menschen registrieren lassen“, sagte der Bürgermeister von Simbach am Inn.
Bis die Menschen letztendlich das Geld in der Hand hatten, dauerte es oft mehr als zwei Stunden. Jeder betroffene Haushalt erhält 1.500 Euro, um das Notwendigste kaufen zu können. Hunderte Häuser waren allein in Simbach von der schlammigen Flutwelle durchspült worden. Viele Bewohner kommen noch immer nicht in ihre Häuser. Am ersten Tag der Auszahlung am Landratsamt in Pfarrkirchen hatten am Freitag 682 Menschen die Soforthilfe abgeholt. Insgesamt wurde mehr als eine Million Euro ausgezahlt.
Ein Erdrutsch löste indes in Schwäbisch Gmünd – die Stadt liegt 50 Kilometer östlich von Stuttgart in Baden-Württenberg – einen Großeinsatz der Rettungskräfte aus. Mehrere Wohnhäuser seien evakuiert worden, sagte ein Sprecher der Polizei Aalen. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.
Heftige Regengüsse hatten am Mutlanger Berg einen Teil des Hangs abgleiten lassen. Das Ausmaß des Erdrutsches blieb zunächst unklar. Die Lage sei noch schwer einschätzbar, so der Beamte. Die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk rückten an. Geologen sollten noch am Vormittag den Hang begutachten.
In Schwäbisch Gmünd war es zu Beginn der vergangenen Woche zu verheerenden Überschwemmungen gekommen. Zwei Menschen starben in den Fluten, hohe Schäden entstanden an der Infrastruktur der Stadt.
