von apa 16.04.2015 10:36 Uhr

Tiroler Polizei geht nach Leichenfund von Tötungsdelikt aus

Die Ermittler des Landeskriminalamtes gehen nach dem Fund einer Leiche in einem Schrebergarten in Innsbruck von einem Tötungsdelikt aus. "Es gibt Hinweise auf Fremdeinwirkung", sagte Chefermittler Walter Pupp der APA. Das und die Identität müssten nun durch eine Obduktion geklärt werden. "Wir haben aber keinen Grund anzunehmen, dass es sich bei dem Toten nicht um den Vermissten handelt".
APA (Gindl)

Seit Ende März hatten die Kriminalisten nach einem 59-jährigen Innsbrucker gesucht, der nach einer Feier in seinem Schrebergarten spurlos verschwunden war. Ins Visier der Ermittler geriet recht bald ein 44-jähriger gebürtiger Deutscher mit italienischem Pass, der bei der Feier anwesend gewesen sein und den Toten als Letzter lebend gesehen haben soll.

Gegen den tatverdächtigen 44-Jährigen wurde ein EU-Haftbefehl erlassen. Dies teilte das Tiroler Landeskriminalamt am frühen Donnerstagabend mit. Der gebürtige Deutsche soll mit einem bereits am 9. Februar in Bozen gestohlenen Opel Corsa mit dem italienischen Kennzeichen „CM 805 TY“ unterwegs sein. Der Mann hatte zuletzt in Südtirol gelebt und gearbeitet. Derzeit gibt es keinen Hinweis auf seinen Aufenthalt, erklärte das LKA.

Die Leiche des 59-Jährigen war am Donnerstag von einem Kameramann gefunden worden, der mit dem Sohn (nicht wie ursprünglich berichtet mit dem Bruder, Anm.) des Vermissten für ATV-Aktuell in dem Schrebergarten filmte. Unter einer Decke habe er eine Kopfform sowie Haut und Blut gesehen und anschließend sofort die Kriminalpolizei alarmiert, sagte er dem ORF Tirol. Die Leiche soll vergraben gewesen sein, ein Stück der Decke sei aber an der Oberfläche zu sehen gewesen.

Laut Pupp gestaltete sich die Bergung des Toten schwierig: „Das Gelände ist relativ steil und unwegsam“. Außerdem müsse behutsam vorgegangen werden, um etwaige Spuren zu sichern. Der Tote wurde unter kompostiertem Erdreich und Blättern vergraben. Warum die Leiche von den Spürhunden, die das Gelände zweimal abgesucht hatten, nicht gefunden wurde, blieb vorerst rätselhaft.

„Wir haben zweimal mit Hunden gesucht – am Tag der Anzeige und dann vergangene Woche“, erklärte der LKA-Chef. Weder Blut- noch der Leichenhund hätten an der Stelle angeschlagen, an der die Leiche am Donnerstag gefunden wurde.

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